Steuerrechtlicher Herstellungskostenbegriff nach 6.3 EStR weiterhin nicht eindeutig

Aufgabe Steuerfachwirt (Rechnungswesen) - Dezember 2015.

Herstellungskosten nach R 6.3 EStR: weiterhin zwei verschiedene Lösungen möglich.

 

Bei dem Begriff der Herstellungskosten (abgefragt in der Prüfung zum Steuerfachwirt, Bereich Rechnungswesen, Dezember 2015) muss man nach HGB Pflicht- und Wahlrechtsbestandteile unterscheiden. Nach dem Steuerrecht hingegen gibt es zum einen

- eine aktuelle Version nach den EStR 2015 und

- eine eigentlich veraltete Version nach EStR 2008, welche aber trotzdem weiterhin angewendet werden darf.

Nach 6.3 EStR 2015 erfolgt die steuerrechtliche Aktivierung der Herstellungskosten zwingend zur Wertobergrenze des HGB. Angemessene Kosten der allgemeinen Verwaltung, angemessene Aufwendungen für soziale Einrichtung des Betriebs, für freiwillige soziale Leistungen und für die betriebliche Altersversorgung müssen damit in die Herstellungskosten einbezogen werden.

Die EStR 2008, welche nach dem BMF-Schreiben vom 25.3.2013 weiterhin angewendet werden dürfen, spricht hingegen davon (in 6.3 IV EStR 2008), dass die Version der Herstellungskosten, welche in der Handelsbilanz gewählt wurde, auch in der Steuerbilanz dann zu wählen ist. Hiernach würden die genannten Positionen (also angemessene Kosten der allgemeinen Verwaltung, angemessene Aufwendungen für soziale Einrichtung des Betriebs, für freiwillige soziale Leistungen und für die betriebliche Altersversorgung) damit nicht zwingend zum Begriff der Herstellungskosten nach Steuerrecht zählen.

 

Unterschied innerbilanzielle und außerbilanzielle Korrekturen

Aufgabe Steuerfachwirt (Rechnungswesen) - Dezember 2015.

Überleitungsrechnung nach § 60 II EStDV, inner- und außerbilanzielle Korrekturen.

 

Wenn eine Steuerbilanz nicht erstellt wird, so hat der Steuerpflichtige die Pflicht, den handelsrechtlichen Jahresüberschuss an den steuerrechtlich richtigen Jahresüberschuss anzupassen (innerbilanzielle Korrekturen) und außerdem das zu versteuernde Einkommen zu kalkulieren (außerbilanzielle Korrekturen), § 60 II 1 EStDV. Dies war in der Prüfung für Steuerfachwirte im Dezember 2015 im Bereich Rechnungswesen verlangt.

Zu den innerbilanziellen Korrekturen zählen also jene, welche vom handelsrechtlichen Jahresüberschuss zum steuerrechtlich richtigen Jahresüberschuss überführen. Als Beispiele sind zu nennen die Korrektur von Drohverlustrückstellungen, die Nichtzulässigkeit von FIFO als Verbrauchsfolgeverfahren in der Steuerbilanz als auch die mögliche Unterschiedlichkeit der Abschreibungsdauer eines derivativen Geschäfts- oder Firmenwerts.

Die außerbilanziellen Korrekturen starten beim steuerrechtlich richtigen Jahresüberschuss und führen zum zu versteuernden Einkommen. Hierbei sind u.A. zu nennen die Nichtabzugsfähigkeit von Betriebsausgaben wie Geschenkaufwendungen ab einer bestimmten Höhe, Bewirtungsaufwendungen zu einem bestimmten Prozentsatz, aber auch verdeckten Gewinnausschüttungen. Ebenfalls verdeckte Einlagen sind hier ein Thema.

 

 

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